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"'Denken und Sein' verbindet auf ganz unangestrengte Weise den Kantisch-Descartes'schen Rationalismus mit der Herderschen Gegenposition und mündet in eine heute wahrlich seltene positiv-akzentuierte Existenz-Wahrnehmung." (Max Lorenzen: Marburger Forum, Jahrgang 6 - 2005, Heft 2)
Kleine Anmerkung:
Viele Leser haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Satz „Ich denke, also bin ich“ („Cogito, ergo sum“) nicht von Kant (1724-1804), sondern von Descartes (1596-1650) stammt. Das ist richtig. Ich habe ihn hier in der Form „Kant sagte...“ verwendet, um den Diskurs, die philosophische Auseinandersetzung, zwischen Herder (1744-1803) und Kant ins Sichtfeld unserer Betrachtung zu lenken. Kants kritisch-rationale Weltsicht kann meines Erachtens gut durch den Satz „Ich denke, also bin ich“ umrissen werden – hier ist dies einfach als Symbol zu betrachten, als die deutsche Variante von Descartes berühmten Ausspruch, könnte man so 'zu sagen. Übrigens wurde „Cogito, ergo sum“ schon in sehr ähnlicher Weise von Augustinus (354-430) formuliert: „Quando quidem, etiam si dubitat, vivit, si dubitat, cogitat“ („Wenn ich zweifle und irre, so muß ich sein"). Und bereits in den Upanishaden (ca. 700-200 v.u.Z.) wurde das Leben, die Existens des Subjekts, als Subjekt betrachtet: „Das Selbst ist die Basis (âçraya) für die Tätigkeit des Beweisens, und mithin ist es auch vor der Tätigkeit des Beweisens ausgemacht [...], denn wer es in Abrede stellt, eben dessen eigenes Wesen ist es“. Viele Menschen machten sich zum Thema Existenz, Leben und Sein Gedanken, bspw. Nietzsche (1844-1900) in sehr zweifelnder Art und Weise: „Ich stelle vor, also gibt es ein Sein“ („Cogito, ergo est“). Bei mir waren es jedenfalls hauptsächlich Kant und Herder, die mich zum Schreiben dieses kleinen Wortspiels, zu diesem Gedicht, veranlassten.
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